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lesung

Lesung

Hohenwart Forum, Pforzheim

16.05.2022

Jeder Mensch ist ein Universum – und (deshalb) ganz allein, mit Elmar Salmann

Pater Salmann versteht Einsamkeit zunächst positiv: als Reichtum und Einmaligkeit eines jeden Menschen, der mit sich eins und einsam, ins Eine versammelt ist. Jedes Selbst ist eine Welt und zugleich Zentrum seiner Weltsicht. Das zu fördern, ist Ziel und Mitte aller seelsorglichen und psychologischen Begleitung.

Zugleich liegt in dieser unvergleichlichen Besonderheit auch der Grund für den Schatten der Einsamkeit. Menschen können sich selbst und einander nie ganz verstehen, können und sollen aber versuchen, einander zugewandt, hilfreich gegenwärtig, also gemeinsam einsam zu sein. Gemeinsam einsam zu sein, die Einsamkeit zu teilen – das wäre das fragile Paradies.

Die Religion stellt diesen Urkonflikt auf tieferer und höherer Ebene dar und versucht, ihm eine Fassung zu geben – in der Seelsorge und im Gebet. Die Seelsorge Jesu an den Menschen ist ein sprechendes Beispiel dafür, wie er Menschen berührt und sie zugleich freigibt. Das Gebet ist eine der wenigen Gesten des Menschen, die zugleich ganz intim, privat, innerlich und zugleich öffentlich und gemeinsam sind. Mystik und Ritus vereinen. Deshalb sprechen Herman Melville und Kurt Marti vom geselligen, gar demokratischen Gott, der Freude hat am Dasein des Anderen, sogar in sich selbst.

Elmar Salmann, OSB ist emeritierter Professor für Systematische Philosophie und Theologie in Rom. Schwerpunkte seiner Arbeit: Seelsorge und Kulturarbeit; Die Moderne und das Christentum; Psychologische Erfahrung und Glaube; Demokratie und Gottesgedanke; Vermittlung von Christentum, Moderne und Mystik.

Festvortrag in Kooperation mit der Telefonseelsorge Nordschwarzwald im Rahmen ihres 50-jährigen Jubiläums.

Veranstaltungsort

Hohenwart Forum

Schönbornstraße 25
75181 Pforzheim

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